Gabi's Tier- und Gartenblog

Hortus meus – schützen und bewahren

Igel im Garten

auf 20. August 2012

Nach Einbruch der Dunkelheit raschelt es unterm Reisighaufen in unserem Garten. Der Igel ist aufgewacht und hat Hunger. Ohrwürmer schmecken ihm besonders gut, außerdem frisst er Laufkäfer, Regenwürmer und verschiedene andere Insekten.

Jetzt im Sommer bewohnen Igel übrigens oft mehrere Nester unter Büschen und Hecken, Reisighaufen oder Holzstapeln. Einmal hat einer einfach am Rand der Wiese im etwas höheren Gras neben einem Holzstapel geschlafen.

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Wenn wir abends noch draußen sitzen kommen regelmäßig zwei bis drei Igel durch den Garten gestreift. Ein männlicher Igel bewegt sich in einem Lebensraum von bis zu 100 Hektar, ein Weibchen in bis zu etwa 30 Hektar.

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Da legen sie teilweise ganz schöne Strecken zurück und sind durch fahrende Autos gefährdet, wenn sie Straßen überqueren müssen. Hier noch ein paar Gedanken zum igelfreundlichen Garten …

Am wohlsten fühlt sich ein Igel bei uns, wenn der Garten naturnah und vielseitig gestaltet ist:

  • natürliche Unterschlupfmöglichkeiten anlegen und schützen: unter dichten Hecken etwas Gras stehen lassen, unter dem Gartenhäuschen einen Hohlraum frei lassen oder einen Reisighaufen aufschichten. Im Herbst dicke Schichten Laub unter Büsche fegen oder einen schönen großen Laubhaufen anlegen und mit ein paar Ästen sichern, dass der Wind die Blätter nicht in alle Richtungen verteilt :-).
  • Heimische Stauden und Gehölze ziehen viele Insekten an, der Nahrung des Igels
  • Wasser im Garten: ein Teich mit Flachwasserbereich (niedriger Einstieg) oder Wasserschalen auf dem Boden

In manchen Gärten lauern auch Gefahren für den Igel:

  • Chemieeinsätze (Unkrautvernichter etc.) töten Insekten, Igel finden keine Nahrung im Garten
  • Kellerabgänge, Schwimmbecken oder steile Teichränder: ohne Ausstiegshilfen (Ziegelsteine auf Kellerstufen, “Igeltreppe” im Teich) können Igel sich nicht alleine befreien und sterben
  • Garten- oder Osterfeuer: aufgeschichtete Holz- und Reisighaufen sind beliebte Verstecke für Igel. Holzhaufen immer unmittelbar vor dem Verbrennen umschichten
  • Gartengeräte wie Tellersensen oder Kantenschneider: Igel schlafen oft im hohen Gras unter Hecken und werden dann von den scharfen Messern verletzt oder getötet

Viele weitere interessante Informationen rund um den Igel gibt es übrigens hier: www.pro-igel.de.


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